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Blockcircle Makroökonomische Risiko-Scorecard (MRS)

Blockcircle Makroökonomische Risiko-Scorecard (MRS)

VOLLSTÄNDIGES SETUP- & KONFIGURATIONSHANDBUCH
VORAUSSETZUNGEN & ERSTE EINRICHTUNG

Bevor du beginnst, stelle sicher, dass du Folgendes hast:

  • Ein TradingView-Konto (mindestens Essential, idealerweise Plus+)

  • Eine aktive Blockcircle-Mitgliedschaft


Prozess zur Kontointegration

TradingView-Konto erstellen
Rufe TradingView.com auf und erstelle dein Konto. Wähle deinen Benutzernamen sorgfältig, da er dauerhaft ist und die Groß- und Kleinschreibung berücksichtigt wird. Notiere dir deinen exakten Benutzernamen inklusive Zahlen, Unterstrichen und Großbuchstaben.
Beispiel: Wenn du dich als „Blockcircle_Trader1234“ registrierst, muss genau dieses Format überall verwendet werden.

Blockcircle-Integration
Besuche blockcircle.com/account und gib deinen TradingView-Benutzernamen exakt so ein, wie er registriert ist. Das System gleicht case-sensitiv ab.
„Blockcircle_Trader1234“ stimmt nicht mit „blockcircle_trader1234“ überein.
Nach der Eingabe erhältst du Zugriff auf den Blockcircle MRS – Macroeconomic Risk Scorecard.

Zugriff auf deinen Trading-Chart
Nach dem Login bei TradingView klicke im oberen Navigationsmenü auf „Chart“. Es erscheint ein Standard-Chart.
Um das Handelspaar zu ändern, klicke oben links auf das Symbol (meist „AAPL“ oder ein anderes Standardinstrument). Gib dein gewünschtes Paar ein, z. B. „BTCUSDT“, und wähle die entsprechende Börse (BINANCE, COINBASE, KRAKEN usw.).

Zeitrahmen-Auswahl
Über dem Chart findest du die Zeitrahmen (1m, 5m, 15m, 1h, 4h, D, W, M).

Blockcircle MRS – Macroeconomic Risk Scorecard zum Chart hinzufügen
Klicke oben im Chart auf den Button „Indicators“ (ƒx). Wechsle im Suchfenster zum Tab „Invite-Only“.
Wenn dein Konto freigeschaltet ist, siehst du „Blockcircle MRS – Macroeconomic Risk Scorecard“.
Klicke einmal darauf, um ihn deinem Chart hinzuzufügen.


1. Einführung und Überblick

Was ist der Blockcircle MRS?

Der Blockcircle Macroeconomic Risk Scorecard (MRS) ist eine umfassende Echtzeit-Scorecard zur wirtschaftlichen Analyse. Sie wurde entwickelt, um Investoren, Tradern und Finanzprofis eine sofortige, visuelle Einschätzung der makroökonomischen Lage und des Rezessionsrisikos zu ermöglichen.
Der MRS fasst über 30 wirtschaftliche Datenpunkte aus verschiedenen etablierten Quellen sowie eigene ökonomische Indikatoren zu einer einzigen, umsetzbaren Scorecard zusammen

Warum den MRS nutzen?

Finanzmärkte sind zukunftsorientierte Systeme. Sie reagieren häufig auf makroökonomische Bedingungen, lange bevor diese für die breite Öffentlichkeit sichtbar werden. Das Beobachten makroökonomischer Kräfte und geopolitischer Ereignisse ist für alle langfristigen Investoren und Trader entscheidend. Durch das Monitoring jener Wirtschaftsindikatoren, die historisch Marktbewegungen und wirtschaftliche Wendepunkte vorwegnehmen, versetzt der MRS Nutzer in die Lage, Folgendes zu erreichen:

  • Marktregimewechsel antizipieren: Frühzeitig erkennen, wann sich wirtschaftliche Bedingungen von Expansion zu Kontraktion oder umgekehrt verändern, bevor diese Veränderungen allgemein wahrgenommen werden. Ein Beispiel ist die enge Beobachtung der Bilanz der US-Notenbank, da sie häufig eine zentrale Voraussetzung für „Macro Risk-On“ oder „Macro Risk-Off“ darstellt.

  • Portfoliorisiken steuern: Die Exponierung gegenüber Risikoanlagen anhand objektiver Wirtschaftsdaten anpassen, statt auf emotionale Reaktionen oder irreführende Mediennarrative zu reagieren.

  • Die wirtschaftliche Gesamtlage verstehen: Einen umfassenden Überblick über den wirtschaftlichen Zustand über mehrere Dimensionen hinweg gewinnen.

  • Fundierte Entscheidungen treffen: Investitions- und Trading-Entscheidungen auf quantitative ökonomische Analysen stützen statt auf Spekulation.

Die Philosophie hinter dem MRS

Der MRS basiert auf dem Grundsatz, dass kein einzelner Wirtschaftsindikator die ganze Geschichte erzählt. Wirtschaftliche Gesundheit ist multidimensional: Beschäftigung kann stark sein, während die Industrie schwächelt; das BIP kann wachsen, während sich zugrunde liegende Einkommenskennzahlen verschlechtern. Durch die Darstellung mehrerer Indikatoren über verschiedene Zeitrahmen hinweg liefert der MRS das vollständige Bild, das für fundierte Entscheidungen erforderlich ist.


2. Erste Schritte

Empfohlene Chart-Einstellungen

  • Zeitrahmen: Der MRS funktioniert auf jedem Zeitrahmen, jedoch liefern Tages- oder Wochencharts die klarste Darstellung, da die meisten zugrunde liegenden Wirtschaftsdaten monatlich oder quartalsweise veröffentlicht werden.

  • Symbol: Der MRS kann auf jedes Chart angewendet werden, da er seine eigenen Datenfeeds nutzt. Wende ihn auf dein primäres Asset an (z. B. BTC/USD, SPX500, NDX100), um eine bequeme Referenz zu haben.


3. Konfiguration der Anzeigeeinstellungen

Auf alle Einstellungen kannst du zugreifen, indem du auf das Zahnrad-Symbol des Indikators klickst oder den Indikatornamen in der Indikatorenliste deines Charts doppelt anklickst.

Tab „Inputs“

Show Dashboard
Standard: Aktiviert
Zweck: Schaltet die gesamte Scorecard-Tabelle ein oder aus. Deaktiviere diese Option, wenn du nur die geplotteten Risiko-Scores im Chart sehen möchtest, ohne die detaillierte Tabelle.

Table Position
Optionen: top_left, top_center, top_right, middle_left, middle_center, middle_right, bottom_left, bottom_center, bottom_right
Standard: top_right
Zweck: Legt fest, wo die Scorecard im Chart angezeigt wird. Wähle eine Position, die wichtige Kursbewegungen für deinen Trading-Stil nicht verdeckt.

Text Size
Optionen: tiny, small, normal, large, huge
Standard: normal
Zweck: Passt die Schriftgröße der gesamten Scorecard an. Kleinere Größen eignen sich für begrenzten Bildschirmplatz, größere für Präsentationen oder bessere Lesbarkeit.

Show Line Labels on Chart
Standard: Aktiviert
Zweck: Fügt bei im Chart dargestellten Risiko-Scores Beschriftungen hinzu, um unterschiedliche Risiko-Methodiken klar zu unterscheiden.

Risk Calculation
Zweck: Wähle die gewünschte Methode zur Risikoberechnung aus oder bleibe beim kombinierten Ansatz, der standardmäßig aktiviert ist.

MRS-Alert-Einstellungen

Du kannst benutzerdefinierte Alerts einrichten, die ausgelöst werden, wenn wichtige Schwellenwerte überschritten werden, oder Alerts basierend auf hohem Risiko, moderatem Risiko oder niedrigem Risiko konfigurieren.

4. Scorecard-Sektionen erklärt, Schritt für Schritt

Die MRS-Scorecard ist in fünf klar abgegrenzte Bereiche gegliedert, von denen jeder einen spezifischen analytischen Zweck erfüllt:

  • Kern-Rezessionsmetriken: Zentrale Wirtschaftsindikatoren, die von professionellen Ökonomen und dem National Bureau of Economic Research (NBER) zur Beurteilung der konjunkturellen Lage verwendet werden.

  • Quantitative Kennzahlen: Abgeleitete Metriken, die Beziehungen zwischen wirtschaftlichen Variablen sichtbar machen und Einblicke in Effizienz und Gleichgewicht der Wirtschaft liefern.

  • Wichtige Wirtschaftskennzahlen: Ergänzende Indikatoren, die zusätzlichen Kontext für die wirtschaftliche Bewertung liefern.

  • Zahlungsverzüge und Verschuldung: Stressindikatoren aus den Kreditmärkten, die häufig als frühe Warnsignale für wirtschaftliche Probleme dienen.

  • Rezessionsrisiko-Bewertung: Sechs unterschiedliche Methoden zur Berechnung der Rezessionswahrscheinlichkeit sowie der kombinierte Gesamtscore.

5. Kern-Rezessionsmetriken

Dieser Abschnitt zeigt die zentralen Wirtschaftsindikatoren, die das Fundament der Rezessionsanalyse bilden. Es handelt sich um dieselben Kennzahlen, die auch das Business Cycle Dating Committee des NBER heranzieht, um den offiziellen Beginn und das Ende von Rezessionen festzulegen.

Verständnis der Spaltenüberschriften

  • VALUE: Aktueller Wert des Indikators in seinen ursprünglichen Einheiten

  • 1P%: Prozentuale Veränderung gegenüber vor 1 Periode

  • 2P%: Prozentuale Veränderung gegenüber vor 2 Perioden

  • 3P%: Prozentuale Veränderung gegenüber vor 3 Perioden

  • 5P%: Prozentuale Veränderung gegenüber vor 5 Perioden

  • 10P%: Prozentuale Veränderung gegenüber vor 10 Perioden

  • 20P%: Prozentuale Veränderung gegenüber vor 20 Perioden

  • 30P%: Prozentuale Veränderung gegenüber vor 30 Perioden

  • 50P%: Prozentuale Veränderung gegenüber vor 50 Perioden

  • SIGNAL: Visueller Indikator, der den aktuellen Status der Kennzahl zusammenfasst

Hinweis zu Perioden: Die Periodenlänge hängt von der natürlichen Frequenz der jeweiligen Datenreihe ab. Bei monatlichen Daten bedeutet 3P drei Monate, bei quartalsweisen Daten bedeutet 3P drei Quartale (9 Monate).


Reales BIP (Quartalsweise)

Was es misst: Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Gesamtwert aller innerhalb eines Landes produzierten Waren und Dienstleistungen, inflationsbereinigt. Es ist die umfassendste Messgröße der wirtschaftlichen Leistung.

Warum es wichtig ist: Das BIP ist die bekannteste Kennzahl für wirtschaftliche Gesundheit. Zwei aufeinanderfolgende Quartale mit rückläufigem BIP wurden historisch oft als einfache, wenn auch nicht offizielle, Definition einer Rezession verwendet.

Worauf zu achten ist:

  • Durchgehend positive Werte über alle Zeiträume hinweg deuten auf eine gesunde wirtschaftliche Expansion hin

  • Kurzfristig negative Werte (1P%, 2P%) bei langfristig positiven Werten können auf eine vorübergehende Abschwächung hindeuten

  • Negative Werte über mehrere Zeiträume hinweg sprechen für eine anhaltende wirtschaftliche Kontraktion

  • Besonderes Augenmerk auf die Spalten 1P% und 2P% legen. Aufeinanderfolgende negative Werte lösen die Risikomethodik der „BIP-2-Quartale-Regel“ aus

Gesunder Bereich: Ein jährliches Wachstum von 2–3 % (etwa 0,5–0,75 % pro Quartal) gilt als nachhaltig. Wachstum über 4 % jährlich kann auf Überhitzung hindeuten. Negatives Wachstum signalisiert Kontraktion.


Bruttoinlandseinkommen (GDI) (Quartalsweise)

Was es misst: Das GDI misst die Wirtschaft von der Einkommensseite. Es erfasst das gesamte Einkommen aller Wirtschaftsteilnehmer. Theoretisch sollte GDI dem BIP entsprechen, da jeder ausgegebene Dollar (BIP) jemandes Einkommen (GDI) ist.

Warum es wichtig ist: GDI liefert oft frühere Hinweise auf wirtschaftliche Wendepunkte als das BIP. Weicht GDI stark vom BIP ab, kann dies auf Messprobleme oder strukturelle wirtschaftliche Veränderungen hindeuten.

Worauf zu achten ist:

  • GDI-Werte mit den BIP-Werten in derselben Zeile vergleichen. Starke Abweichungen sind ein Warnsignal

  • Sinkt GDI, während BIP positiv bleibt, kann das auf Druck auf Unternehmensgewinne oder fallende Arbeitseinkommen hinweisen

  • Anhaltende Abweichungen zwischen BIP und GDI werden im Abschnitt „Quantitative Kennzahlen“ durch das „BIP/GDI-Verhältnis“ erfasst

Gesunder Bereich: Sollte eng mit dem BIP verlaufen. Abweichungen über 2 % sind bemerkenswert, über 5 % besorgniserregend.


Non-Farm Payrolls

Was es misst: Die Gesamtzahl der bezahlten Arbeitnehmer in den USA, ohne landwirtschaftliche Beschäftigte, Staatsbedienstete, private Haushaltsangestellte und Mitarbeiter gemeinnütziger Organisationen.

Warum es wichtig ist: Beschäftigung ist ein nachlaufender Indikator. Sie sinkt meist erst, wenn eine Rezession bereits begonnen hat. Dennoch ist sie entscheidend, um wirtschaftliche Bedingungen zu bestätigen und die Schwere eines Abschwungs einzuschätzen.

Worauf zu achten ist:

  • Stetiges Beschäftigungswachstum (positive Werte) signalisiert Expansion

  • Abnehmendes Wachstum über die Zeiträume hinweg kann Jobverluste ankündigen

  • Negative Werte zeigen Arbeitsplatzabbau und sind ein ernstes Warnsignal

  • Monatsberichte zu Arbeitsplätzen zählen zu den marktbewegendsten Veröffentlichungen. Der MRS zeigt Trends jenseits einzelner Monatswerte

Gesunder Bereich: Die Wirtschaft muss etwa 100.000–150.000 neue Arbeitsplätze pro Monat schaffen, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Deutlich höhere Werte zeigen starke Expansion, niedrigere Werte Schwäche.


Zivile Beschäftigung

Was es misst: Die Gesamtzahl der beschäftigten Zivilpersonen ab 16 Jahren, einschließlich Landwirten, Selbstständigen und anderer Gruppen, die in den Non-Farm Payrolls nicht enthalten sind.

Warum es wichtig ist: Diese breitere Beschäftigungskennzahl erfasst Trends, die in den Payroll-Daten fehlen können, insbesondere in Selbstständigkeit und Gig-Economy.

Worauf zu achten ist:

  • Trends mit Non-Farm Payrolls vergleichen. Abweichungen können auf strukturelle Veränderungen hinweisen

  • Diese Kennzahl fließt in die Berechnung der Sahm-Regel ein, einem der zuverlässigsten Rezessionsindikatoren

  • Beschleunigte Rückgänge deuten auf eine rasch deteriorierende Lage am Arbeitsmarkt hin

Gesunder Bereich: Sollte in Expansionsphasen stetig wachsen. Negative Werte, besonders wenn sie anhalten, deuten auf Rezessionsbedingungen hin.


Reales persönliches Einkommen

Was es misst: Das gesamte Einkommen der privaten Haushalte aus allen Quellen, inflationsbereinigt. Staatliche Transferzahlungen sind ausgeschlossen, um ein klareres Bild des erwirtschafteten Einkommens zu erhalten.

Warum es wichtig ist: Einkommen treibt Konsum, und Konsum macht rund 70 % der US-Wirtschaft aus. Sinkende reale Einkommen führen zu geringeren Ausgaben und wirtschaftlicher Abschwächung.

Worauf zu achten ist:

  • Einkommen sollte mindestens so schnell wachsen wie der Konsum

  • Negative Werte zeigen sinkende Kaufkraft

  • Mit dem Einkommens-/Konsum-Verhältnis im Abschnitt „Quantitative Kennzahlen“ vergleichen

  • Anhaltend negative Werte gehen Rezessionen häufig voraus oder begleiten sie

Gesunder Bereich: Reales Einkommenswachstum von 2–4 % jährlich gilt als gesund. Wachstum unterhalb der Inflation ist problematisch.


Reale persönliche Konsumausgaben

Was es misst: Gesamtausgaben der Verbraucher für Waren und Dienstleistungen, inflationsbereinigt.

Warum es wichtig ist: Der Konsum ist der größte Bestandteil des BIP. Konsumverhalten signalisiert wirtschaftliche Wendepunkte oft frühzeitig, da Haushalte Ausgaben reduzieren, bevor offizielle Indikatoren einen Abschwung zeigen.

Worauf zu achten ist:

  • Konsum bleibt selbst in milden Abschwächungen meist positiv. Negative Werte sind ernst

  • Sinkende Wachstumsraten können auf Konsumstress hindeuten

  • Mit Einkommensentwicklung vergleichen. Konsumwachstum über Einkommenswachstum ist nicht nachhaltig

  • Abweichungen zwischen Konsum und Einkommen deuten auf Ersparnisabbau oder Kreditexpansion hin

Gesunder Bereich: Konsumwachstum sollte grob dem Einkommenswachstum folgen. 2–3 % jährliches Wachstum gilt als gesund.


Industrieproduktion

Was es misst: Ein Index zur Messung der realen Produktion im verarbeitenden Gewerbe, im Bergbau sowie bei Elektrizitäts- und Gasversorgern.

Warum es wichtig ist: Die Industrieproduktion ist konjunkturell sensibler als die Gesamtwirtschaft. Sie fällt oft vor dem BIP und erholt sich vor dem BIP während Rezessionen.

Worauf zu achten ist:

  • Als Index dargestellt, daher auf Prozentveränderungen achten

  • Kurzfristige negative Werte sind weniger kritisch als anhaltende Rückgänge

  • Deutlich negative Werte über mehrere Zeiträume deuten auf eine Industrie-Rezession hin

  • Die Kennzahl „Industrie-Momentum“ im Abschnitt „Quantitative Kennzahlen“ liefert zusätzlichen Kontext

Gesunder Bereich: Positives Wachstum ist in Expansionsphasen zu erwarten. Kurzzeitige Rückgänge können vorkommen, aber anhaltende Rückgänge über drei Monate sind besorgniserregend.


Interpretation der Signal-Spalte

Die rechte Spalte bietet eine schnelle visuelle Zusammenfassung mittels Ampelsystem:

  • Grüner Kreis: Gesunde positive Veränderung (typisch >5 % für die Referenzperiode)

  • Gelber Kreis: Geringe positive oder minimale negative Veränderung

  • Oranger Kreis: Deutliche negative Veränderung

  • Roter Kreis: Starke negative Veränderung, die auf Stress hinweist

Das Signal basiert bei den meisten Kennzahlen auf der 3-Perioden-Prozentveränderung und liefert eine Einschätzung des mittelfristigen Trends.


6. Quantitative Kennzahlen

Dieser Abschnitt zeigt abgeleitete Metriken, die Beziehungen zwischen wirtschaftlichen Variablen offenlegen. Diese Kennzahlen liefern häufig Einblicke, die in den Rohdaten allein nicht sichtbar sind.

Beschäftigungsquote (Employment/Population Ratio)

Was sie misst: Den Prozentsatz der erwerbsfähigen Bevölkerung, der tatsächlich beschäftigt ist.

Warum sie wichtig ist: Im Gegensatz zur Arbeitslosenquote erfasst diese Kennzahl auch Personen, die die Arbeitssuche aufgegeben haben. Eine sinkende Beschäftigungsquote kann auf „versteckte“ Arbeitslosigkeit hinweisen, die in offiziellen Statistiken nicht sichtbar ist.

Klassifikation:

  • Indikator für die Stärke des Arbeitsmarktes: Höhere Werte bedeuten, dass ein größerer Teil der Bevölkerung produktiv arbeitet.

Worauf zu achten ist:

  • Historischer Bereich liegt etwa bei 55–65 %

  • Sinkende Quoten deuten auf Schwäche am Arbeitsmarkt hin, selbst wenn die Arbeitslosenquote stabil erscheint

  • Steigende Quoten während einer Erholung zeigen, dass Menschen in den Arbeitsmarkt zurückkehren


BIP/GDI-Verhältnis (GDP/GDI Ratio)

Was es misst: Das Verhältnis zwischen der ausgabenseitigen Messung der Wirtschaftsleistung (BIP) und der einkommensseitigen Messung (GDI).

Warum es wichtig ist: Theoretisch sollten beide Werte gleich sein. Anhaltende Abweichungen deuten auf Datenerfassungsprobleme oder strukturelle wirtschaftliche Veränderungen hin, die in einer der beiden Kennzahlen nicht vollständig erfasst werden.

Klassifikationssystem:

  • NORMAL: Verhältnis nahe 1,00 (Abweichung innerhalb von 2 %)

  • MODERAT: Abweichung von 2–5 %

  • HOHE ABWEICHUNG: Abweichung über 5 %

Worauf zu achten ist:

  • Werte über 1,0 bedeuten, dass das BIP höher gemessen wird als das GDI

  • Werte unter 1,0 bedeuten, dass das GDI höher gemessen wird als das BIP

  • Große Abweichungen werden häufig in späteren Datenrevisionen korrigiert

  • Anhaltende Abweichungen in eine Richtung können auf systematische Messprobleme hindeuten


Einkommens-/Konsum-Verhältnis (Income/Consumption Ratio)

Was es misst: Das Verhältnis zwischen persönlichem Einkommen und persönlichem Konsum.

Warum es wichtig ist: Diese Kennzahl zeigt, ob Haushalte finanziellen Spielraum haben, also ob das Einkommen die Ausgaben übersteigt und Sparen sowie finanzielle Widerstandsfähigkeit möglich sind.

Klassifikation:

  • Indikator für Sparfähigkeit: Werte über 1,0 bedeuten, dass das Einkommen den Konsum übersteigt.

Worauf zu achten ist:

  • Werte über 1,0 zeigen, dass Haushalte nach dem Konsum Geld übrig haben

  • Werte nahe oder unter 1,0 bedeuten, dass Haushalte ihr gesamtes Einkommen ausgeben

  • Sinkende Werte deuten auf zunehmenden finanziellen Druck hin, selbst wenn das absolute Einkommen wächst

  • In wirtschaftlichen Stressphasen fällt dieses Verhältnis häufig, da Haushalte auf Ersparnisse zurückgreifen


Geldumlaufgeschwindigkeit (Monetary Velocity, BIP/M2)

Was sie misst: Wie schnell Geld durch die Wirtschaft zirkuliert, gemessen als Verhältnis von Wirtschaftsleistung zur Geldmenge.

Warum sie wichtig ist: Die Umlaufgeschwindigkeit zeigt die wirtschaftliche Effizienz. Eine hohe Geschwindigkeit bedeutet, dass Geld aktiv für Transaktionen genutzt wird. Eine niedrige Geschwindigkeit weist darauf hin, dass Geld gehortet oder in Finanzanlagen gehalten wird, statt in der Realwirtschaft zu zirkulieren.

Klassifikation:

  • Indikator für wirtschaftliche Effizienz: Höhere Umlaufgeschwindigkeit bedeutet mehr wirtschaftliche Aktivität pro Geldeinheit.

Worauf zu achten ist:

  • Die Umlaufgeschwindigkeit sinkt seit Jahrzehnten aufgrund struktureller Veränderungen

  • Starke Rückgänge können auf Risikoaversion und wirtschaftliche Unsicherheit hindeuten

  • Steigende Geschwindigkeit während Erholungen signalisiert zurückkehrendes Vertrauen

  • Veränderungen sind aussagekräftiger als absolute Werte, wegen des langfristigen Abwärtstrends


Industriemomentum

Was es misst: Die Beschleunigung oder Verlangsamung der Industrieproduktion, indem kurzfristige Veränderungen mit längerfristigen verglichen werden.

Warum es wichtig ist: Momentum zeigt, ob sich Bedingungen verbessern oder verschlechtern, und liefert frühere Signale als reine Niveauwerte.

Klassifikationssystem:

  • BESCHLEUNIGEND: Positives Momentum, jüngste Entwicklung besser als der längerfristige Trend

  • VERLANGSAMEND: Negatives Momentum, aber noch relativ mild

  • KONTRAHIEREND: Stark negatives Momentum, das auf eine schnelle Verschlechterung hinweist

Worauf zu achten ist:

  • Positives Momentum in Expansionsphasen bestätigt gesundes Wachstum

  • Nachlassendes Momentum kann einer echten Kontraktion vorausgehen

  • Stark negatives Momentum in Abschwungphasen signalisiert erheblichen industriellen Stress


Reale Zinsen

Was sie messen: Den Leitzins der Federal Reserve abzüglich der Inflationsrate, also die „echten“ Kreditkosten nach Inflation.

Warum sie wichtig sind: Reale Zinsen bestimmen, ob die Geldpolitik restriktiv oder unterstützend wirkt. Ein Zinssatz von 5 % ist restriktiv bei 2 % Inflation, aber locker bei 7 % Inflation.

Klassifikationssystem:

  • AKKOMMODATIV: Negative oder sehr niedrige reale Zinsen, die Wirtschaftswachstum unterstützen

  • NEUTRAL: Leicht positive reale Zinsen ohne starken stimulierenden oder bremsenden Effekt

  • RESTRIKTIV: Hohe positive reale Zinsen, die wirtschaftliche Aktivität dämpfen

Worauf zu achten ist:

  • Anhaltend restriktive Geldpolitik verlangsamt langfristig das Wirtschaftswachstum

  • Akkommodative Politik unterstützt Risikoanlagen und Expansion

  • Übergänge von locker zu restriktiv gehen oft Markt- und Wirtschaftsstress voraus

  • Die geldpolitische Haltung der Fed im Verhältnis zur Wirtschaftslage ist ein entscheidender Kontext


7. Zentrale Wirtschaftskennzahlen

Dieser Abschnitt liefert ergänzenden Kontext durch weitere wichtige Indikatoren.

Arbeitslosenquote (Unemployment Rate)

Was sie misst: Den Prozentsatz der Erwerbsbevölkerung, der arbeitslos ist und aktiv nach Arbeit sucht.

Warum sie wichtig ist: Die Arbeitslosenquote ist der am meisten beachtete Indikator des Arbeitsmarktes und beeinflusst direkt das Konsumvertrauen sowie die Ausgabefähigkeit der Haushalte.

Status-Klassifikation:

  • NIEDRIG: Unter 4 % – enger Arbeitsmarkt

  • MODERAT: 4–5 % – ausgeglichener Arbeitsmarkt

  • HOCH: Über 5 % – Nachfrageschwäche am Arbeitsmarkt

Worauf zu achten ist:

  • Die Arbeitslosenquote ist ein nachlaufender Indikator und steigt meist erst nach Beginn einer Rezession

  • Schnelle Anstiege sind problematischer als das absolute Niveau

  • Die Quote wird in der Berechnung der Sahm-Regel verwendet

  • Ein Anstieg der Quote von zyklischen Tiefstständen ist ein klassisches Warnsignal der Spätphase des Konjunkturzyklus


Zinskurve (10J–2J)

Was sie misst: Die Differenz zwischen der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen und 2-jähriger US-Staatsanleihen.

Warum sie wichtig ist: Die Zinskurve ist einer der zuverlässigsten Rezessionsindikatoren. Eine inverse Zinskurve (negative Differenz) ging jeder US-Rezession seit 1955 voraus, mit nur einem Fehlalarm. Das ist ein entscheidender Punkt und eines unserer bevorzugten Modelle.

Status-Klassifikation:

  • NORMAL: Positiver Spread über 0,5 % – langfristige Zinsen höher als kurzfristige

  • FLACH: Spread zwischen 0 % und 0,5 % – Abflachung, oft ein Warnsignal

  • INVERTIERT: Negativer Spread – historisch Vorbote von Rezessionen 6–18 Monate im Voraus

Worauf zu achten ist:

  • Die Inversion selbst ist ein Warnsignal, doch das eigentliche Risiko entsteht oft beim Wiederanstieg der Kurve

  • Die Phase nach der Inversion, wenn die Kurve wieder steiler wird, war historisch die Gefahrenzone

  • Der MRS verfolgt gezielt, ob die Kurve vor 12 Monaten invertiert war und heute wieder positiv ist

  • Die Dauer der Inversion ist entscheidend – längere Inversionen gingen historisch schwereren Rezessionen voraus


US-M2-Geldmenge

Was sie misst: Die gesamte Geldmenge inklusive Bargeld, Sichteinlagen und leicht liquidierbarer geldnaher Mittel.

Warum sie wichtig ist: Das Wachstum der Geldmenge beeinflusst sowohl die wirtschaftliche Aktivität als auch die Inflation. Eine schrumpfende Geldmenge ist selten und historisch mit starkem wirtschaftlichem Stress verbunden.

Worauf zu achten ist:

  • Schnelles M2-Wachstum kann Vermögenspreisblasen und Inflation antreiben

  • Eine Kontraktion der M2-Geldmenge ist äußerst selten und besonders besorgniserregend

  • M2-Wachstum im Verhältnis zum BIP-Wachstum betrachten, um Inflationsrisiken einzuschätzen

  • Die Geldpolitik der Fed beeinflusst M2 direkt


Bilanz der US-Notenbank (Federal Reserve)

Was sie misst: Die gesamten Vermögenswerte der Federal Reserve, hauptsächlich Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere.

Warum sie wichtig ist: Eine Ausweitung der Fed-Bilanz (Quantitative Easing) erhöht die Liquidität an den Finanzmärkten, eine Reduzierung (Quantitative Tightening) entzieht Liquidität.

Worauf zu achten ist:

  • Bilanzausweitungen unterstützen in der Regel Risikoanlagen

  • Bilanzkontraktionen können Anleihe- und Aktienmärkte unter Druck setzen

  • Das Tempo der Veränderung ist ebenso wichtig wie die Richtung

  • Im Kontext der Marktbedingungen betrachten – QT während Marktstress kann Probleme verstärken


8. Zahlungsausfälle und Verschuldung

Dieser Abschnitt verfolgt den Prozentsatz überfälliger Kredite in verschiedenen Kreditkategorien. Steigende Zahlungsausfälle sind frühe Warnsignale für zunehmenden wirtschaftlichen Stress.

Verständnis von Zahlungsausfalldaten

Zahlungsausfallquoten werden als Prozentsatz der gesamten Kredite in jeder Kategorie angegeben. Es handelt sich um quartalsweise Daten aus den Bankstatistiken der US-Notenbank (Federal Reserve).


Alle Kredite (All Loans)

Was es misst: Die Zahlungsausfallquote über alle Kreditkategorien hinweg – ein umfassendes Maß für den Stress im Kreditmarkt.

Risikostufen:

  • NIEDRIG: Unter 2 %

  • MODERAT: 2–3 %

  • HOHES RISIKO: Über 3 %

Worauf zu achten ist:

  • Diese aggregierte Kennzahl glättet sektorspezifische Schwankungen

  • Steigende Trends sind wichtiger als absolute Werte

  • Mit historischen Höchstständen aus 2008–2009 und 2020 vergleichen, um Kontext zu erhalten


Gewerbliche Kredite (Commercial Loans)

Was es misst: Die Zahlungsausfallquote bei gewerblichen und industriellen Unternehmenskrediten.

Risikostufen:

  • NIEDRIG: Unter 2,5 %

  • MODERAT: 2,5–4 %

  • HOHES RISIKO: Über 4 %

Worauf zu achten ist:

  • Zahlungsausfälle bei Unternehmenskrediten steigen oft vor Konsumentenausfällen

  • Dieser Bereich zeigt die finanzielle Gesundheit von Unternehmen und Cashflow-Stress

  • Steigende Quoten können Entlassungen und geringere Investitionen ankündigen


Kreditkartenkredite (Credit Card Loans)

Was es misst: Die Zahlungsausfallquote bei Kreditkartenschulden.

Risikostufen:

  • NIEDRIG: Unter 3 %

  • MODERAT: 3–5 %

  • HOHES RISIKO: Über 5 %

Worauf zu achten ist:

  • Kreditkarten sind meist die erste Schuldenart, die Verbraucher bei Stress nicht mehr bedienen

  • Höheres Grundniveau als bei anderen Kreditarten – Fokus auf Trends legen

  • Steigende Ausfälle deuten klar auf finanziellen Stress der Verbraucher hin


Unternehmenskredite (Business Loans)

Was es misst: Breitere Zahlungsausfälle bei Unternehmenskrediten über klassische Industrie- und Gewerbekredite hinaus.

Risikostufen:

  • NIEDRIG: Unter 1,5 %

  • MODERAT: 1,5–2 %

  • HOHES RISIKO: Über 2 %

Worauf zu achten ist:

  • Stress bei kleinen und mittleren Unternehmen zeigt sich hier oft zuerst

  • Trends mit gewerblichen Krediten vergleichen, um ein vollständigeres Bild zu erhalten

  • Steigende Quoten können auf sich verschärfende Kreditbedingungen hindeuten


Wohnimmobilien – Einfamilienhäuser (Real Estate Single-Family)

Was es misst: Die Zahlungsausfallquote bei Hypothekendarlehen für Einfamilienhäuser.

Risikostufen:

  • NIEDRIG: Unter 2 %

  • MODERAT: 2–3 %

  • HOHES RISIKO: Über 3 %

Worauf zu achten ist:

  • Wohnen ist meist der größte Kostenfaktor der Haushalte – Ausfälle hier signalisieren schweren finanziellen Stress

  • Die Krise 2008 wurde unter anderem durch Ausfälle bei Einfamilienhypotheken ausgelöst

  • Steigende Quoten können auf Stress am Immobilienmarkt oder eine Verschlechterung der Haushaltsfinanzen hindeuten


Ackerland (Farmland)

Was es misst: Die Zahlungsausfallquote bei landwirtschaftlichen Immobilienkrediten.

Risikostufen:

  • NIEDRIG: Unter 2 %

  • MODERAT: 2–3 %

  • HOHES RISIKO: Über 3 %

Worauf zu achten ist:

  • Der Agrarsektor reagiert sensibel auf Rohstoffpreise und Wetterbedingungen

  • Kann frühe Warnsignale für wirtschaftlichen Stress in ländlichen Regionen liefern

  • In der Regel volatiler als städtische Immobilienkategorien


Gewerbeimmobilien (Real Estate Commercial)

Was es misst: Die Zahlungsausfallquote bei gewerblichen Immobilienkrediten (ohne Landwirtschaft und Bau).

Risikostufen:

  • NIEDRIG: Unter 2,5 %

  • MODERAT: 2,5–4 %

  • HOHES RISIKO: Über 4 %

Worauf zu achten ist:

  • Zyklen bei Gewerbeimmobilien folgen oft zeitverzögert auf Wohnimmobilien

  • Homeoffice-Trends nach der Pandemie haben Büroimmobilien strukturell belastet

  • Steigende Ausfälle im CRE-Bereich können regionale Bankenbilanzen unter Druck setzen


Wichtiger Hinweis zur Farbkennzeichnung von Zahlungsausfällen

Bei Zahlungsausfallkennzahlen ist die Farbkodierung umgekehrt im Vergleich zu anderen Metriken:

  • Steigende Zahlungsausfälle = SCHLECHT (rot/orange dargestellt)

  • Sinkende Zahlungsausfälle = GUT (grün dargestellt)

So bleibt die Interpretation intuitiv: Rot bedeutet immer Risiko, Grün immer Gesundheit. Das kann anfangs verwirrend wirken, wird aber mit etwas Übung schnell selbstverständlich.


9. Methoden zur Rezessionsrisiko-Bewertung

Der MRS berechnet das Rezessionsrisiko mithilfe von sechs unterschiedlichen Methoden, die jeweils verschiedene Aspekte wirtschaftlichen Stresses abdecken. Das Verständnis jeder einzelnen Methodik hilft dabei, die jeweiligen Signale korrekt einzuordnen.

Du kannst festlegen, welche Elemente angezeigt werden, indem du sie im Inputs-Tab aktivierst oder deaktivierst. Das genaue Erscheinungsbild und den Stil kannst du im Style-Tab anpassen.

METHODE 1: Blockcircle-Labs-Metriken

Was sie misst: Ein gewichteter Gesamtindex der wichtigsten Indikatoren, die vom Blockcircle-Labs-Team zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage verwendet werden.

Komponentenkategorien (allgemeine Struktur):

  • Output-Kennzahlen (BIP, GDI)

  • Beschäftigungskennzahlen (Payrolls, zivile Beschäftigung)

  • Einkommens- und Konsumkennzahlen

  • Industrieproduktion

  • Kreditstress-Indikatoren

Wann sie am nützlichsten ist:
Diese Methodik liefert die umfassendste laufende Einschätzung der wirtschaftlichen Bedingungen. Sie ist weniger anfällig für Fehlsignale als Einzelindikatoren.

Worauf zu achten ist:

  • Allmählich steigende Werte deuten auf eine Verschlechterung der Bedingungen hin

  • Werte über 40 verdienen erhöhte Aufmerksamkeit

  • Werte über 60 signalisieren erheblichen wirtschaftlichen Stress

  • Werte über 80 deuten darauf hin, dass Rezessionsbedingungen bereits vorliegen oder unmittelbar bevorstehen


METHODE 2: BIP-2-Quartale-Regel

Was sie misst: Ob das BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen gefallen ist – die häufig zitierte (wenn auch nicht offizielle) Rezessionsdefinition.

Risikoprofile:

  • KEIN SIGNAL: BIP wächst oder nur ein Quartal mit Rückgang

  • WARNUNG: Ein Quartal mit Rückgang

  • REZESSIONSSIGNAL: Zwei aufeinanderfolgende Quartale mit Rückgang

Wann sie am nützlichsten ist:
Diese einfache Regel liefert ein klares, objektives Signal auf Basis des meistbeachteten Wirtschaftsindikators.

Worauf zu achten ist:

  • Nachlaufender Indikator – wenn er auslöst, kann die Rezession bereits begonnen haben

  • Nicht jede wirtschaftliche Abschwächung erfüllt diese Definition (die Rezession 2001 tat es nicht)

  • Am besten in Kombination mit anderen Methoden verwenden, nicht isoliert


METHODE 3: Zinskurven-Inversion

Was sie misst: Den Status des Spreads zwischen 10-jährigen und 2-jährigen US-Staatsanleihen, mit besonderem Fokus auf Inversion und anschließende De-Inversion.

Risikoprofile:

  • NORMAL: Positiver Spread, keine jüngste Inversionshistorie

  • INVERTIERT: Aktuell invertiert

  • DE-INVERTIERT – HOHES RISIKO: Vor 12 Monaten invertiert, inzwischen wieder positiv

Wann sie am nützlichsten ist:
Der beste Frühindikator mit langem Vorlauf; signalisiert Rezessionen oft 6–18 Monate im Voraus.

Worauf zu achten ist:

  • Die Gefahrenphase liegt häufig dann, wenn sich die Kurve nach einer Inversion wieder versteilt

  • De-Inversion tritt oft auf, wenn die Fed als Reaktion auf schwächere Bedingungen die Zinsen senkt; dann wird der Spread wieder > 0

  • Der Zeitraum von De-Inversion bis Rezession variiert, ist historisch jedoch bedeutsam (typisch 6–18 Monate)


METHODE 4: Sahm-Regel

Was sie misst: Ob der 3-Monats-Durchschnitt der Arbeitslosenquote um mindestens 0,5 Prozentpunkte über dem Tief der letzten 12 Monate liegt.

Risikoprofile:

  • NORMAL: Indikator unter 0,1

  • ERHÖHT: 0,3 bis 0,4

  • NAHE AUSLÖSUNG: 0,4 bis 0,5

  • AUSGELÖST: ≥ 0,5

Wann sie am nützlichsten ist:
Eine der zuverlässigsten Echtzeit-Rezessionsregeln, speziell entwickelt, um Rezessionen zu erkennen, wenn sie beginnen.

Worauf zu achten ist:

  • Seit 1970 hat diese Regel zu Beginn jeder Rezession ausgelöst

  • Bei Auslösung ist die Rezession meist bereits im Gange

  • Steigende Werte bereits vor Erreichen der 0,5-Schwelle beobachten

  • Ein Anstieg von 0,2 auf 0,4 ist selbst ein Warnsignal


METHODE 5: Kreditstress-Index

Was sie misst: Einen Verbund aus Zahlungsausfallquoten und deren Beschleunigung über mehrere Kreditkategorien hinweg.

Risikoprofile:

  • NIEDRIGER STRESS: Ausfälle begrenzt, keine Beschleunigung

  • MODERAT: Erhöhte Ausfälle in einigen Bereichen

  • HOHER STRESS: Mehrere Kategorien erhöht

  • SEHR HOHER STRESS: Weit verbreitete, steigende Ausfälle

Wann sie am nützlichsten ist:
Kreditstress geht wirtschaftlichem Stress oft voraus, da Haushalte und Unternehmen Schuldenprobleme erleben, bevor sich dies in breiteren Statistiken zeigt.

Worauf zu achten ist:

  • Beschleunigung ist oft wichtiger als das absolute Niveau

  • Kreditstress kann mehrere Quartale vor der offiziellen Rezession auftreten

  • Ausbreitung des Stresses über mehrere Kategorien hinweg beobachten


METHODE 6: Frühindikatoren

Was sie misst: Einen Verbund vorausschauender Indikatoren, u. a. Zinskurve, Geldmengenveränderungen, Industriemomentum, Marktvolatilität, reale Zinsen und Arbeitsmarktanspannung.

Risikoprofile:

  • NIEDRIG: Die meisten Frühindikatoren positiv

  • MODERAT: Gemischte Signale

  • ERHÖHT: Mehrere Indikatoren zeigen Probleme

  • HOHES RISIKO: Die meisten Indikatoren negativ

Wann sie am nützlichsten ist:
Zielt darauf ab, wirtschaftliche Wendepunkte vor ihrem Eintreten zu antizipieren, indem ausschließlich historisch führende Indikatoren genutzt werden.

Worauf zu achten ist:

  • In ungewöhnlichen Phasen können Fehlsignale auftreten

  • Am wertvollsten, wenn mehrere Frühindikatoren in dieselbe Richtung zeigen

  • Nützlich für Portfolio-Positionierung vor erwarteten Wendepunkten


Kombinierter Risiko-Score

Was er misst: Einen gewichteten Durchschnitt aller sechs Methoden.

Gewichtungslogik: Jede Methodik wird nach historischer Zuverlässigkeit und Aktualität gewichtet; Methoden mit stärkerer Prognosekraft erhalten höhere Gewichte.

Risikostufen:

  • MINIMALES RISIKO (0–19): Wirtschaftliche Bedingungen insgesamt gesund

  • NIEDRIGES RISIKO (20–39): Erste Warnzeichen, aber kein Konsens

  • MODERATES RISIKO (40–59): Mehrere Methoden signalisieren erhöhtes Risiko

  • HOHES RISIKO (60–79): Die meisten Methoden zeigen erhebliches Risiko

  • SEHR HOHES RISIKO (80–100): Nahezu Konsens über rezessive Bedingungen

Worauf zu achten ist:

  • Der kombinierte Score glättet Rauschen einzelner Methoden

  • Anhaltende Werte über 60 sprechen für defensive Positionierung

  • Sinkende Werte von erhöhten Niveaus können eine frühe Erholung anzeigen

  • Einzelmethoden heranziehen, um die Treiber des Gesamtwerts zu verstehen


10. Verständnis des Signalsystems

Der MRS nutzt durchgängig ein einheitliches Farbsystem:

Für Wachstumskennzahlen (BIP, Beschäftigung, Einkommen etc.):

  • Grüner Hintergrund: Positiver Wandel, gesundes Wachstum

  • Gelb/Limettengrün: Mäßig positiver Wandel

  • Orange: Negativer Wandel, besorgniserregend

  • Rot: Deutlich negativer Wandel, Warnsignal

Für Risiko-Scores:

  • Grün (0–19): Minimales Risiko

  • Limette (20–39): Niedriges Risiko

  • Gelb (40–59): Moderates Risiko

  • Orange (60–79): Hohes Risiko

  • Rot (80–100): Sehr hohes Risiko

Für Zahlungsausfälle (invertierte Interpretation):

  • Grün: Niedrige Ausfälle, verbessernde Trends

  • Orange: Moderate Ausfälle

  • Rot: Hohe Ausfälle, sich verschlechternde Trends

Signal-Emojis:

  • Grüner Kreis: Positiv/Gesund

  • Gelber Kreis: Vorsicht/Gemischt

  • Oranger Kreis: Besorgnis

  • Roter Kreis: Warnung/Stress

  • Weißer Kreis: Daten nicht verfügbar


11. Chart-Anzeigeoptionen

Plotten von Risiko-Scores

Aktiviere einzelne Methoden, um Trends über die Zeit zu visualisieren:

  • METHODE 1: Blockcircle-Labs-Metriken – blaue Linie

  • METHODE 2: BIP-2-Quartale-Regel – rote Linie

  • METHODE 3: Zinskurven-Risiko – orange Linie

  • METHODE 4: Sahm-Regel – violette Linie

  • METHODE 5: Kreditstress – gelbe Linie

  • METHODE 6: Frühindikatoren – türkisfarbene Linie

  • Kombinierter Risiko-Score: weiße Linie

Plotten wirtschaftlicher Kennzahlen

Aktiviere Diagramme der zugrunde liegenden Wirtschaftsdaten (skaliert für bessere Sichtbarkeit):

  • Reales BIP

  • Reales GDI

  • Reales persönliches Einkommen

  • Reale Konsumausgaben

  • Beschäftigungsniveau

  • Industrieproduktion

Risiko-Schwellenlinien

Das Chart zeigt horizontale Referenzlinien an deinen konfigurierten Schwellen:

  • Sehr hohes Risiko: Standard 80

  • Hohes Risiko: Standard 60

  • Moderates Risiko: Standard 40

  • Niedriges Risiko: Standard 20

Gleitende Durchschnittsglättung

Aktiviere Glättung, um Rauschen in den Risiko-Plots zu reduzieren:

  • Gleitende-Durchschnitts-Glättung verwenden: Ein/Aus

  • MA-Typ: SMA, EMA, WMA oder RMA

  • Kurze MA-Länge: Anzahl der Perioden (Standard 3)


12. Alert-Konfiguration

Der MRS enthält ein umfassendes Alert-System, um dich über sich ändernde Bedingungen zu informieren.

Alerts aktivieren

Enable Alerts
Schaltet das Alert-System ein oder aus.


Alert-Auslösemethode

Wähle, welche Methodik Alerts auslöst:

  • METHOD 1 Only bis METHOD 6 Only: Alerts werden nur für die ausgewählte Methodik ausgelöst

  • Any Method: Alerts werden ausgelöst, wenn irgendeine Methodik die Bedingung erfüllt

  • All Methods: Alerts werden nur ausgelöst, wenn alle Methodiken die Bedingung erfüllen

  • Combined Score: Alerts basieren auf dem kombinierten Risiko-Score


Alert-Operator

Wähle die Vergleichslogik:

  • >: Größer als Schwellenwert

  • >=: Größer oder gleich Schwellenwert

  • ==: Gleich Schwellenwert

  • <=: Kleiner oder gleich Schwellenwert

  • <: Kleiner als Schwellenwert


Alert-Schwellenwert

Lege den Risiko-Score fest, der für den Vergleich verwendet wird (0–100).


Beispielkonfigurationen für Alerts

Frühwarn-Setup:

  • Methode: Combined Score

  • Operator: >=

  • Schwellenwert: 50

Bestätigungs-Setup:

  • Methode: All Methods

  • Operator: >=

  • Schwellenwert: 60

Fokus auf Frühindikatoren:

  • Methode: METHOD 6 Only

  • Operator: >=

  • Schwellenwert: 60


13. Praktische Anwendungen

Für langfristige Investoren

Regime-Einschätzung:
Nutze den kombinierten Risiko-Score als Regimeindikator:

  • Werte unter 40: Wirtschaftliche Expansion, tendenziell günstig für Wachstumswerte

  • Werte 40–60: Zunehmende Unsicherheit – Rebalancing hin zu defensiveren Positionen erwägen

  • Werte über 60: Erhöhtes Rezessionsrisiko – Reduzierung von Risikoanlagen in Betracht ziehen

Timing-Aspekte:
Wirtschaftsindikatoren verändern sich langsam. Prüfe die Scorecard wöchentlich oder monatlich statt täglich. Achte auf Trends über die Zeit, nicht auf einzelne Werte.


Für aktive Trader

Risikomanagement:
Passe Positionsgrößen an das makroökonomische Risiko an:

  • Niedrige Risiko-Scores erlauben größere Positionen und längere Haltedauern

  • Hohe Risiko-Scores erfordern kleinere Positionen und strengeres Risikomanagement

Sektorrotation:
Nutze einzelne Kennzahlen zur Sektorallokation:

  • Steigende Zahlungsausfälle: Finanzwerte und zyklische Konsumgüter untergewichten

  • Schwache Industrieproduktion: Industrie- und Materialwerte untergewichten

  • Angespannter Arbeitsmarkt: Auf Margendruck in arbeitsintensiven Sektoren achten


Für alle Marktteilnehmer

Überprüfung von Narrativen:
Wenn Finanzmedien bestimmte wirtschaftliche Narrative verbreiten, überprüfe sie mit dem MRS:

  • „Soft Landing“-Behauptungen sollten fallende Risiko-Scores zeigen

  • „Rezession steht bevor“-Behauptungen sollten erhöhte Scores über mehrere Methodiken hinweg zeigen

  • „Wirtschaft ist stark“-Behauptungen sollten gesunde Kern-Rezessionsmetriken aufweisen

Entscheidungsrahmen:
Definiere im Voraus deine eigenen Auslöser für Handlungen:

  • Lege fest, bei welchem kombinierten Risiko-Score du defensiver positionierst

  • Bestimme, welche Trends bei den Kern-Rezessionsmetriken dich beunruhigen

  • Dokumentiere deinen Plan in ruhigen Marktphasen, um in Stressphasen rational handeln zu können


14. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Q: Wie oft werden die Daten aktualisiert?
A: Die Aktualisierung hängt von der Datenquelle ab: BIP und GDI werden quartalsweise aktualisiert, die meisten Beschäftigungs- und Einkommensdaten monatlich, Zinskurvendaten täglich. Der MRS zieht automatisch die jeweils neuesten verfügbaren Daten.

Q: Kann ich den MRS für Nicht-US-Märkte nutzen?
A: Der MRS ist auf die US-Wirtschaft kalibriert. Obwohl US-Bedingungen globale Märkte beeinflussen, sind die verwendeten Kennzahlen US-spezifisch. Internationale Investoren sollten US-Daten als einen Input unter mehreren betrachten.

Q: Warum werden manche Werte als „N/A“ angezeigt?
A: Daten können vorübergehend nicht verfügbar sein, etwa aufgrund von Veröffentlichungsterminen, Problemen bei Datenanbietern oder Verbindungsstatus in TradingView. Die meisten N/A-Werte lösen sich automatisch auf.

Q: Wie sollte ich Divergenzen zwischen verschiedenen Risikomethoden interpretieren?
A: Divergenzen sind häufig und informativ. Frühindikatoren können steigen, bevor nachlaufende Indikatoren reagieren. Kreditstress kann auftreten, bevor sich Schwäche am Arbeitsmarkt zeigt. Nutze Divergenzen, um zu erkennen, welche Teile der Wirtschaft zuerst unter Druck geraten.

Q: Was ist der Unterschied zwischen den Periodenspalten (1P%, 3P% usw.)?
A: Sie zeigen die prozentuale Veränderung vom aktuellen Wert zu dem Wert vor der entsprechenden Anzahl an Perioden. Bei monatlichen Daten bedeutet 3P drei Monate, bei quartalsweisen Daten drei Quartale. Mehrere Zeitrahmen helfen, Rauschen von Trends zu unterscheiden.

Q: Sollte ich sofort handeln, wenn die Risiko-Scores steigen?
A: Wirtschaftsindikatoren sind träge und oft volatil. Einzelne Werte sind weniger aussagekräftig als anhaltende Trends. Lege Schwellenwerte im Voraus fest und reagiere auf nachhaltige Bewegungen über diese Schwellen hinweg.

Q: Warum zeigt die BIP-2-Quartale-Regel manchmal „KEIN SIGNAL“, obwohl andere Methoden erhöhtes Risiko anzeigen?
A: Die BIP-2-Quartale-Regel erfordert einen tatsächlichen Rückgang des BIP und ist daher ein nachlaufender Indikator. Andere Methoden können sich entwickelnde Schwäche früher erkennen. Genau darin liegt der Mehrwert mehrerer Methodiken.

Q: Wie geht der MRS mit Datenrevisionen um?
A: Wirtschaftsdaten werden häufig revidiert. Der MRS verwendet automatisch die neuesten verfügbaren Daten, einschließlich Revisionen. Historische Analysen sollten berücksichtigen, dass Echtzeitwerte von später revidierten Daten abweichen können. Das gilt besonders für Bilanzen und Geldmengen und wird bei Ereignissen wie staatlichen Shutdowns (z. B. 2018 und 2025) besonders sichtbar.

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